HSV-Trainer Polzin hofft auf Meffert-Einsatz in Nürnberg

Muss über seine Defensive nachdenken: HSV-Trainer Merlin Polzin.
Muss über seine Defensive nachdenken: HSV-Trainer Merlin Polzin. Foto: Marcus Brandt/dpa

Hamburg (dpa/lno) – Eine solche Pressekonferenz hat Merlin Polzin seit seiner Beförderung zum Cheftrainer des Hamburger SV bislang nicht erlebt. Der 34-Jährige saß auf dem Podium im Presseraum des Volksparkstadions und blickte auf zahlreiche Kinder. Die Jungen und Mädchen hatten viele Fragen mitgebracht, die der einstige Lehramtsstudent Polzin geduldig und gut gelaunt beantwortete. 

Doch noch bevor die jungen Fußball-Fans anfangen durften, klärte Polzin für die Profi-Fragesteller von den Medien schon einmal die wichtigste Personalie für das Zweitliga-Spiel am Samstag (13.00 Uhr/Sky) beim 1. FC Nürnberg: Kann Mittelfeld-Stabilisator Jonas Meffert nach seinem Nasenbeinbruch im Kurz-Trainingslager auf Mallorca spielen?

Polzin über Meffert: Von Tag zu Tag schauen

«Da müssen wir ehrlicherweise schauen, wie das zum Wochenende hin aussieht», sagte der Cheftrainer des Tabellenzweiten. «Er wurde gemeinsam mit der medizinischen Abteilung bestmöglich versorgt. Das ging alles relativ zügig.» Nun müsse von Tag zu Tag geschaut werden. 

Wie wichtig der 30-jährige Meffert im defensiven Mittelfeld ist, zeigt sich schon daran, dass er in seinen 23 Spieleinsätzen in dieser Saison 23 Mal in der Startelf stand.

«Wenn Meffo es bis Samstag schaffen sollte beziehungsweise, wenn es Sinn ergibt, dann wollen wir natürlich auch, dass er zum Kader zählt beziehungsweise dann auch seine Leistung bringt, wie er es in der Vergangenheit gemacht hat», betonte Polzin. 

Kein Risiko eingehen 

Aber es werde kein Risiko eingegangen, «weil wir natürlich auch über die Bedeutung der kommenden Spiele wissen. Für mich ist einfach wichtig, dass wenn er – und er wird ja dann mit einer Maske auflaufen – einfach optimal seine Leistung bringt, dass ihn das nicht einschränkt.» Spätestens zum nächsten Heimspiel am Freitag kommender Woche gegen Eintracht Braunschweig erwartet er Meffert zurück. 

Ein Fragezeichen steht auch hinter Verteidiger Dennis Hadzikadunic, der sich im vergangenen Spiel gegen die SV Elversberg (0:0) an der Schulter verletzt hatte. Sollten Meffert und Hadzikadunic ausfallen, muss Polzin seine Abwehr umgestalten. 

«Breite des Kaders» macht Spaß

Doch das bereitet ihm wenig Sorgen. «Das macht mir ehrlicherweise richtig viel Spaß, immer wieder die Breite des Kaders zu betonen», sagte der junge Trainer. «Nicht nur in dem Moment, in dem alle zur Verfügung stehen, sondern auch in dem Moment, in dem der ein oder andere Ausfall zu erwarten ist.»

Eine mögliche Alternative zu Meffert könnte Lukas Poreba sein. Aber auch Marco Richter kommt infrage. Daniel Elfadli, der ebenfalls auf der Sechs spielen kann, spielte zuletzt in der Innenverteidigung mit Hadzikadunic und stabilisierte die Abwehr. 

Großer Respekt vor Nürnberg 

Vor dem 1. FC Nürnberg mit seinem prominenten Trainer Miroslav Klose hat Polzin großen Respekt. Die Nürnberger sind aktuell die drittbeste Rückrunden-Mannschaft. «Sie sind extrem heimstark und es macht einfach richtig Spaß, ihnen zuzuschauen und die Entwicklung auch dann unter der Leitung von Miroslav Klose zu sehen. Es ist eine Mannschaft, die einfach viel Freude bereitet», sagte er. 

Vor den letzten sieben Spieltagen liegen die Hamburger einen Punkt hinter dem 1. FC Köln und drei vor dem 1. FC Kaiserslautern auf dem Relegationsrang. Ob es zum Aufstieg reicht, konnte Polzin den Kindern nicht versprechen. Was er sofort erfüllen konnte, war ein gemeinsames Foto mit den jungen Fans.