St. Paulis Irvine probiert sich aus – Blessin stört es nicht

Steht mit seiner Mannschaft vor einer schwierigen Aufgabe: FC St. Paulis Trainer Alexander Blessin
Steht mit seiner Mannschaft vor einer schwierigen Aufgabe: FC St. Paulis Trainer Alexander Blessin Foto: Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa/lno) – Für ein paar Stunden wechselte FC St. Paulis Kapitän Jackson Irvine die Seiten – und dies in Absprache mit seinem Cheftrainer Alexander Blessin. Der Australier erfüllte sich einen Traum und kommentierte am Donnerstag für den Pay-TV-Sender Sky live das Premier-League-Spiel des FC Chelsea gegen den Londoner Stadtrivalen Tottenham Hotspur (1:0). 

Muss sich Blessin Gedanken machen, dass der wichtigste Spieler im Kader des Hamburger Fußball-Bundesligisten schon bald einen Job-Wechsel anstrebt? «Also auf jeden Fall muss man sich keine Sorgen machen um ihn. Falls er mal mit 34, 35, 36 Jahren dann das Gefühl hat, er kann nicht mehr laufen oder sonst irgendwas, dann hat er schon ein zweites Standbein», sagte Blessin.

Irvine erfüllt sich Traum

Es sei ein langersehnter Traum von ihm gewesen, ein Premier League-Spiel zu kommentieren. «Man hat das, glaube ich, gestern auch gesehen, mit welcher Inbrunst er das gemacht hat. Und ich glaube eher, dass für ihn das ein positiver Verstärker war, weil es ihm einfach guttut», meinte Blessin. Das habe ihm Spaß gemacht, «und was Spaß macht, gibt positive Energie». 

Irvine wird am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen Borussia Mönchengladbach in jeden Fall seinem eigentlichen Beruf als Fußball-Profi nachgehen. Dort wartet genug Arbeit auf ihn. Die Gäste haben sich in den vergangenen Wochen zu einem ernsthaften Kandidaten für einen Europapokal-Platz entwickelt.

Guliavogui endlich wieder dabei

«Das Team hat seine Rolle gefunden und die Aufgaben klarer definiert», sagte Blessin. Ihn beeindruckt vor allem die Offensive mit Nationalspieler Tim Kleindienst (15 Tore) und Alassane Plea (10). Sie haben zusammen mehr Tore erzielt als die gesamte Mannschaft des FC St. Pauli (22) in dieser Saison. Dennoch gibt sich Blessin optimistisch: «Wir haben einen schweren Gegner vor der Brust, aber er ist machbar.»

Nach sieben Wochen Pause ist erstmals wieder Morgan Guilavogui dabei. Der 27-Jährige hatte einen Haarriss im Fuß auskurieren müssen. Mit fünf Treffern ist er der erfolgreichste Torschütze der Hamburger und kann in der Schlussphase der Saison zu einem wichtigen Faktor in den laut Blessin «sieben Endspielen» gegen den Abstieg werden.

«Er ist richtig gut drauf und hat richtig Bock», sagte Blessin. Offensivspieler werde zunächst aber auf der Bank sitzen. «Eine halbe Stunde geht auf jeden Fall», sagte Blessin.

Mets fällt nach OP Rest der Saison aus

Dagegen steht Karol Mets in den restlichen sieben Saisonspielen nicht mehr zur Verfügung. Der Abwehrspieler wurde am Donnerstag in Hamburg erfolgreich am rechten Knie operiert. Der 31-jährige Este hat seit November Probleme mit der Patellasehne. Blessin und Mets hatten gehofft, dass die Verletzung ohne Operation ausheilen könnte. Nach dem Eingriff muss der Verteidiger mehrere Monate pausieren. «Wir geben ihm die Zeit und haben jetzt einen klaren Plan.»