Goldschmidt: Konverterplattformen Chance für Wirtschaft

Minister Goldschmidt will die Zusammenarbeit von Norwegen und Schleswig-Holstein bei erneuerbarer Energie stärken.
Minister Goldschmidt will die Zusammenarbeit von Norwegen und Schleswig-Holstein bei erneuerbarer Energie stärken. Foto: Markus Scholz/dpa

Haugesund/Kiel (dpa/lno) – Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) sieht im Bau riesiger Konverterplattformen für Offshore-Windparks Chancen für deutsche Werften. «Die Art und Weise, wie hier an der Zukunft gebaut wird, ist schon beeindruckend», sagte Goldschmidt während einer Norwegenreise der dpa. In Haugesund besichtigte der Minister auf einer Werft eine solche Plattform mit den Ausmaßen einer Bohrinsel. «Ein Kreuzfahrtschiff sieht dagegen klein aus.»

Auf einem Konverter dieser Größenordnung werden nach Goldschmidts Angaben rund 900 Megawatt Offshorestrom angelandet. Das entspricht der Leistung eines großen Kohlekraftwerks. «Es ist absolute Begeisterung, die ich hier gespürt habe für große Anlagentechnik. So ein Offshorekonverter ist unfassbar groß, massiv und steht, finde ich, für einen großen Aufbruch in der Industrie, den wir erleben.»

Goldschmidt setzt darauf, dass ein Teil des Stahlbaus für solche Plattformen künftig Werften in Schleswig-Holstein übernehmen können. «Ich glaube, dass wir dafür auch in Schleswig-Holstein ganz gute Bedingungen hätten.» Es wäre eine kluge Entscheidung, wenn sich die Unternehmen um diesen Markt bemühten, sagte der Minister. «Ich bin darüber in Gesprächen mit Werften in Schleswig-Holstein.» In den kommenden Jahren würden mehrere Dutzend solcher Anlagen gebraucht. 

Auf Konverterplattformen wird der Wechselstrom der Windturbinen in Gleichstrom umgewandelt. Gleichstrom kann durch Leitungen über weite Strecken ohne große Verluste transportiert werden. Zum Verbrauch muss er dann wieder in Wechselstrom umgewandelt werden.

Von Norwegen könne man eine große Offenheit lernen, was Technologien angehe, sagte Goldschmidt als Fazit seiner Reise, bei der er verschiedene Unternehmen besuchte. Norwegen sei ein attraktiver Standort auch für deutsche Unternehmen bei Vorreitertechnologien wie Wasserstoff.