
Schleswig (dpa) – Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die Bonn-Kopenhagener Erklärungen aus dem Jahr 1955 als visionäres Bekenntnis für ein friedliches Miteinander in der deutsch-dänischen Grenzregion bezeichnet.
Sie seien ein Meilenstein für das Miteinander von Minderheiten und Mehrheiten im deutsch-dänischen Grenzland gewesen und hätten Deutsche und Dänen enger zusammenwachsen lassen, sagte Günther bei einem Festakt anlässlich des 70. Jahrestags der Unterzeichnung der Bonn-Kopenhagener Erklärungen am Sonnabend auf Schloss Gottorf in Schleswig.
Am 29. März 1955 hatten der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und Dänemarks Ministerpräsident Hans Christian Hansen die Bonn-Kopenhagener Erklärungen unterzeichnet und damit den deutsch-dänischen Grenzkampf beendet. Das Abkommen markiere einen weitreichenden und bis heute für die Grenzregion prägenden Paradigmenwechsel, sagte der Ministerpräsident.
Gerade in der heutigen Welt im Umbruch seien das deutsch-dänische Minderheitenmodell und das vorbildliche Zusammenleben im gemeinsamen Grenzland leuchtende Beispiele für den Wert von rechtsstaatlichen Prinzipien sagte der deutsche Botschafter in Kopenhagen, Pascal Hector. Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen seien das Fundament, auf dem sich die deutsch-dänische Nachbarschaft und das gemeinsame Grenzland seit 70 Jahren so positiv entwickelt hätten.