
Köln (dpa) – Der THW Kiel darf weiter vom 13. Pokal-Triumph träumen, die MT Melsungen auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte hoffen. Im Finale um den DHB-Pokal kommt es am Sonntag (15.35 Uhr/ARD und Dyn) zum Duell zwischen dem Handball-Rekordsieger und dem Vorjahresfinalisten.
Die Kieler setzten sich in einem dramatischen Halbfinale beim Final Four in Köln gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 32:31 (28:28, 14:17) nach Verlängerung durch und machten damit die Hoffnungen der Mannheimer auf den dritten Coup nach 2018 und 2023 zunichte. Im Anschluss wurde Melsungen beim (15:14) gegen den Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten seiner Favoritenrolle gerecht.
Drama pur im ersten Halbfinale
Emil Madsen war mit elf Toren bester Werfer für die Kieler, bei denen Nationaltorwart Andreas Wolff mit zwei gehaltenen Siebenmetern in der Schlussphase zum Sieg-Garanten avancierte. Für die Löwen war Star-Regisseur Juri Knorr neunmal erfolgreich. «Was für ein Fight. Solche Spiele gibt es nur im Pokal», sagte THW-Trainer Filip Jicha in der ARD.
Vom Anpfiff weg entwickelte sich ein rasantes Spiel, in dem sich keine Mannschaft zunächst Vorteile verschaffen konnte. Mitte der ersten Halbzeit erarbeiteten sich die Löwen beim 10:7 dann erstmals ein Drei-Tore-Polster, weil es dem THW in Abwesenheit der verletzten Nikola Bilyk und Harald Reinkind vor allem aus dem Rückraum an der nötigen Durchschlagskraft fehlte.
Verletzungspech für die Löwen
Über die verfügten die Mannheimer in Person von Ivan Martinovic. Der Kroate war maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Löwen nach knapp 25 Minuten beim 15:10 mit fünf Toren vorn lagen. Doch dann der Schock: Bei seinem fünften Treffer zog sich Martinovic wenig später eine Knieverletzung zu und humpelte mit Tränen in den Augen aus der Arena. Für den Vize-Weltmeister ging es nicht mehr weiter.
Den besseren Start nach dem Wechsel erwischte der THW, der mit zwei schnellen Toren wieder den Anschluss herstellte. Auch von einem erneuten Vier-Tore-Rückstand (17:21) ließen sich die Kieler nicht entmutigen. Mitte der zweiten Halbzeit war die Partie beim 22:22 wieder völlig offen. Auch nach 60 Minuten gab es noch keinen Sieger. So ging es in die Verlängerung. Dort konnten die Löwen ihren letzten Ballbesitz nicht nutzen, sodass der THW am Ende ausgelassen den Finaleinzug bejubelte.
Melsungen erst nach der Pause souverän
Nicht ganz so eng ging es im zweiten Halbfinale zu, auch wenn sich Melsungen lange schwertat und in der ersten Halbzeit phasenweise mit drei Toren zurücklag. Erst nach dem Wechsel bekam der Bundesliga-Tabellenzweite mehr Zugriff und setzte sich Mitte der zweiten Halbzeit beim 24:18 vorentscheidend auf sechs Tore ab. Bester Werfer beim Sieger war Spielmacher Erik Balenciaga mit sechs Treffern.