Neue Wohnungen in und um Hamburg teurer – Hauspreise sinken

Die Preise für Immobilien im Großraum Hamburg haben sich unterschiedlich entwickelt.
Die Preise für Immobilien im Großraum Hamburg haben sich unterschiedlich entwickelt. Foto: Marcus Brandt/dpa

Hamburg (dpa) – Während man für den Kauf einer neuen Wohnung in und um Hamburg im vergangenen Jahr teils deutlich mehr auf den Tisch legen musste, sanken die Preise für neue Häuser. Das geht aus dem LBS-Immobilienmarktatlas 2025 hervor, für den das Forschungsinstitut FUB IGES im zweiten Halbjahr 2024 über 17.600 öffentlich zugängliche Immobilien-Angebote ausgewertet hat. 

Demnach stieg der durchschnittliche Angebotspreis für neue Wohnungen in der Hansestadt um 7,6 Prozent zum Vorjahr. Der für neue Häuser sank hingegen um 4,9 Prozent. 

Im Umland fiel die Entwicklung den Angaben zufolge ähnlich, aber nicht ganz so deutlich aus: Neue Wohnungen verteuerten sich hier im Schnitt um 2,7 Prozent, während die Preise für neue Häuser außerhalb der Stadtgrenzen nur um 0,4 Prozent zurückgingen. 

Kaum Preisveränderung bei Bestandsimmobilien

Bei den Bestandsimmobilien waren hingegen kaum Veränderungen zu beobachten: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Bestandshäuser in Hamburg lag laut Atlas fast unverändert bei 5.120 Euro, der für Bestandswohnungen stieg leicht um 1,6 Prozent auf 6.034 Euro. 

Im Umland sank der Quadratmeterpreis für Bestandshäuser minimal um 0,4 Prozent auf 3.149 Euro. Für bestehende Wohnungen mussten wie im Jahr zuvor im Schnitt 3.063 Euro gezahlt werden.

Erhebung zeigt Beruhigung am Immobilienmarkt 

«Nach dem Ende der historisch einmaligen Preisrallye und den durch die veränderten Rahmenbedingungen ausgelösten hohen Preiskorrekturen in 2023 konnten wir jetzt unterschiedliche Preisentwicklungen für Wohnimmobilien beobachten», sagte die Vorständin der LBS NordOst, Sabine König, bei der Vorstellung des Immobilienmarktatlas. «Jetzt kommen wir in eine Phase der Beruhigung und jetzt kommt es deutlich stärker auf die Mikrolage an.» 

Dabei spiele neben Lage und Ausstattung bei Bestandsimmobilien die Energieeffizienz eine zunehmend größere Rolle.

Deutliche Preisunterschiede in den Stadtteilen 

In den Hamburger Stadtteilen sind die Preisunterschiede groß. Und sie hängen davon ab, ob man ein Haus oder eine Wohnung kaufen will. Der Quadratmeter in einer Wohnung ist im Schnitt teuer als in einem Haus, «was ein bisschen darin begründet liegt, dass man in den zentralen Lagen vor allen Dingen Wohnungen findet und keine Häuser», sagte König. Im Umland, wo man beides finden könne, seien die Preise dagegen relativ nah beieinander. 

Wenn man sich in Hamburg anschaue, wo es am teuersten ist, zu kaufen, treffe man auf «alte Bekannte», sagte sie: «Harvestehude ist bei den Häusern natürlich der teuerste Stadtteil, die Hafencity bei den Wohnungen.» So wurden für ein Ein- oder Zweifamilienhaus aus dem Bestand in Harvestehude im Schnitt 15.541 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, für eine Bestandswohnung in der Hafencity 11.598 Euro. 

Für Neubau-Häuser wurden in Hamburg laut Immobilienmarktatlas mit 9.626 Euro in Othmarschen die höchsten Quadratmeterpreise gefordert, die niedrigsten in Bergedorf mit 3.582 Euro.

Quadratmeterpreis für Wohnungen höher als für Häuser 

Für eine 80-Quadratmeter-Neubauwohnungen mussten in Billstedt bei einem ermittelten durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.890 Euro rund 391.000 Euro gezahlt werden. In Rotherbaum – dem Stadtteil mit dem höchsten Durchschnittswert von 20.021 Euro pro Quadratmeter – waren es mehr als 1,6 Millionen Euro.

Im schleswig-holsteinischen Umland führt Wedel mit durchschnittlich 5.457 Euro pro Quadratmeter die Preisliste für Neubauhäuser an – und liegt damit leicht über dem mittleren Hamburger Preisniveau von 5.394 Euro. Die teuersten neuen Wohnungen waren in der Umgebung von Ahrensburg zu finden. So wurde etwa in Großhansdorf bei knappem Angebot ein Durchschnittspreis von 7.702 Euro pro Quadratmeter ermittelt.