
Kiel (dpa/lno) – Mit dem langfristigen Bekenntnis zu Trainer Marcel Rapp hat Holstein Kiels Sportchef Carsten Wehlmann mitten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein ungewöhnliches Zeichen gesetzt. Neben Rapp hatte der Verein am Mittwoch auch die Verträge mit den Co-Trainern Dirk Bremser und Alexander Hahn vorzeitig bis 2028 verlängert.
«Wenn ich sehe, wie sie jeden Tag mit den Jungs arbeiten, wie sie sich einbringen – auch deswegen war es gar keine Frage für uns, irgendwie andere Gedanken zu haben», sagte Wehlmann bei der Pressekonferenz zum Spiel beim FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr/Sky). «Ich habe frühzeitig schon gesagt, dass wir volles Vertrauen in sie haben.»
Wehlmann: «Wir sind überzeugt»
Den Zeitpunkt der Entscheidung findet der Sport-Geschäftsführer des Tabellenletzten keineswegs ungewöhnlich. «Wir haben frühzeitig die Gespräche geführt mit Marcel und sind, wie gesagt, überzeugt», sagte der 52-Jährige. «Natürlich gibt es auch einen Push für den gesamten Verein, und ich hoffe, dass es auch einen Push für die letzten Spiele gibt.»
Rapp ist sei dreieinhalb Jahren Trainer an der Förde. Sein größter Erfolg war der Bundesliga-Aufstieg mit den Kielern im vergangenen Jahr. Sieben Spieltage vor dem Saisonende stehen die Norddeutschen aber am Tabellenende – mit fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 16.
Rapp: So ein Umfeld erträumt
«Wir wissen selber, es sind herausfordernde Zeiten. Das wusste man vor der Saison auch, dass es so ist», sagte der 45-Jährige. Aber auch da nehme er das Umfeld so wahr, «wie ich mir es damals erträumt und gewünscht habe: Dass man ruhig ist, dass man das analysieren kann, dass man nicht emotional ist, sondern was ich immer sage: Wir wollen emotional Fußball spielen, wollen aber rationelle Entscheidungen treffen.»
Rapp fühlt sich mit seiner Familie mittlerweile heimisch in Kiel, sagte der gebürtige Pforzheimer. Einen Mangel konnte er in den vergangenen Jahren bislang aber nicht abstellen: «Ich glaube, alles ist gut, außer mein Hochdeutsch. Aber da habe ich jetzt noch ein bisschen Zeit, daran zu feilen.»