Verdi ruft am Montag zu Warnstreiks in Hamburg auf

Am Montag hat Verdi zu einem ganztägigen Warnstreik in Hamburg aufgerufen.
Am Montag hat Verdi zu einem ganztägigen Warnstreik in Hamburg aufgerufen. Foto: David Hammersen/dpa

Hamburg (dpa/lno) – Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Hamburg am Montag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Von den Maßnahmen sind unter anderem die Asklepios-Kliniken, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die Elbkinder-Kitas, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Fördern und Wohnen, die Stadtreinigung, die Hamburg Port Authority (HPA), Bundesbehörden sowie die Bühnen der Stadt betroffen, wie die Gewerkschaft mitteilte. 

Auch der Flughafen wird bestreikt, was Auswirkungen auf den Luftverkehr haben werde. Der Warnstreik am Hamburg Airport startet mit Beginn der Nachtschicht am 9. März und endet mit der Spätschicht am 10. März. 

Mehr als 40.000 Passagiere am Flughafen betroffen

Am Hamburger Flughafen betrifft der Streik verschiedene Bereiche, unter anderem die Gepäck- und Flugzeugabfertigung, wie der Flughafen mitteilte. Das Flughafen-Team setze alles daran, im Sinne der Passagiere den Flughafenbetrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. «Es ist jedoch davon auszugehen, dass es zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen wird», teilte der Flughafen mit. Für Montag seien insgesamt 284 Flüge – 141 Ankünfte und 143 Abflüge – mit mehr als 40.000 Passagieren geplant. 

«Wir sind entsetzt, wie rücksichtslos Verdi vorgeht: Wieder einmal versucht Verdi ganz gezielt, den Flughafen an einem ersten Ferientag lahmzulegen – und schadet damit vor allem den Menschen. Das sind zum einen Familien, die nun völlig verunsichert sind, ob sie ihre Reise antreten können. Zum anderen sind es auch die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen hier am Flughafen, die nun schon den vierten Streiktag in Folge alles geben, um im Sinne unserer Passagiere den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten», sagte eine Sprecherin.

Demonstrationszug durch die Innenstadt

Laut Verdi sollen Tausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst auf die Straße gehen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. «Die Beschäftigten machen damit vor der dritten Verhandlungsrunde unmissverständlich klar, dass sie endlich ein verhandlungsfähiges Angebot erwarten», hieß es. 

Die Streikenden versammeln sich ab 9.30 Uhr zu einer Kundgebung auf der Kreuzung Reesendammbrücke/Ballindamm. Neben dem Verdi-Vorsitzenden Frank Werneke werden auch Beschäftigte aus verschiedenen Betrieben sprechen. Um 11.00 Uhr setzt sich ein Demonstrationszug durch die Innenstadt in Bewegung und zieht zum Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird.

«Verdi ruft bewusst frühzeitig zum Warnstreik auf, damit sich alle Betroffenen, insbesondere Reisende, darauf einstellen können», teilte die Gewerkschaft mit. Die damit verbundenen Unannehmlichkeiten seien bedauerlich, aber notwendig, um den Druck in den Verhandlungen zu erhöhen. Durch die frühzeitige Ankündigung hätten Beschäftigte sowie Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich rechtzeitig auf Einschränkungen vorzubereiten. 

Zusätzlich treten am Montag mehrere Hundert Beschäftigte der Stadt Hamburg erneut in den Warnstreik, um eine tarifliche Regelung zur Altersteilzeit durchzusetzen. «Die Stadt Hamburg zeigt bislang keine Bereitschaft, in Verhandlungen zu treten», hieß es.

Acht Prozent und drei freie Tage

Verdi fordert eine Tariferhöhung im Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich, und höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage. 

Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als nicht finanzierbar zurückgewiesen. Die Tarifverhandlungen werden am 14. bis 16. März 2025 in Potsdam fortgesetzt.