
Kiel (dpa/lno) – Mehr als 450 Zöllnerinnen und Zöllner haben wegen Verdachts auf organisierte Schwarzarbeit 26 Wohn- und Geschäftsräume im Baugewerbe vor allem in Neumünster durchsucht. Nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft summieren sich die hinterzogenen Sozialversicherungs- und Sozialkassenbeiträge auf mehr als 5,6 Millionen Euro, wie eine Sprecherin des Hauptzollamtes Kiel am Nachmittag mitteilte. Vermögenswerte in dieser Höhe seien beschlagnahmt worden. Dabei kamen zwei Bargeldspürhunde zum Einsatz.
Spezialkräfte der Polizei hätten den 48 Jahre alten Hauptbeschuldigten verhaftet, teilte die Sprecherin weiter mit. «Im Falle einer Verurteilung droht ihm schon allein für das Einschleusen von Ausländern eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren.»
Vier Verdächtige
Mindestens vier Menschen werden verdächtigt, über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren ausländische Arbeitskräfte illegal nach Deutschland eingeschleust und in verschiedenen Baufirmen ohne Anmeldung beschäftigt zu haben. Laut Zoll sollen sie sowohl Lohnsteuer als auch Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen und Arbeitsentgelte vorenthalten haben.
Bei den Durchsuchungen wurden zwei Menschen festgestellt, die sich illegal in Deutschland aufhielten. «Als sogenannte Zufallsfunde wurden noch unerlaubte Feuerwerkskörper, nicht zugelassene Medikamente und gefälschte Ausweispapiere sichergestellt», sagte die Sprecherin.