
Noer (dpa/lno) – Mit einem Großaufgebot an Tauchern hat die Polizei im Windebyer Noor stundenlang nach einer vermissten Frau aus Noer (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gesucht. 20 Taucher waren laut einer Sprecherin der Polizei im Einsatz.
Die umfangreiche Suche im Wasser, an Land und aus der Luft hätte bis zum Ende des Einsatzes bei Einbruch der Dunkelheit keine weiteren Erkenntnisse gebracht, teilte die Polizei am Abend mit. Weitere Suchmaßnahmen und Ermittlungen würden auch am Wochenende fortgeführt.
Hilfe sei unter anderem vom Technischen Hilfswerk, dem Arbeiter Samariter Bund sowie der Feuerwehr aus Kiel gekommen. Zudem seien auch Boote mit Spürhunden an Bord in das Wasser gelassen worden. Auch Drohnen und ein Hubschrauber der Bundespolizei seien im Einsatz gewesen.
Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei aus Eutin hätten zeitgleich ein gewerblich genutztes Gelände im Bereich Gammelby durchsucht, teilte die Polizei mit. Drohne und Hubschrauber seien auch hier zum Einsatz gekommen.
Verdacht auf ein Gewaltverbrechen
Die Polizei ermittelt weiter wegen des Verdachts eines Gewaltverbrechens. Die Suche mit verstärkten Kräften betreffe einen relativ großen Raum in den Bereichen Kochendorf, Gammelby und dem Windebyer Noor, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler der Deutschen Presse-Agentur. «Wir vermuten, dass die Tat in der Nacht vom Freitag auf Samstag passiert ist.» Kräfte suchten nach der Frau beziehungsweise ihrer Leiche.
Nach aktuellen Erkenntnissen der Ermittler war die 43-Jährige am 21. März zuletzt gesichert gesehen worden. Die Ermittler suchen beispielsweise im Bereich Kochendorf nach dem Smartphone der Frau. Außerdem wird in dem Haus, in dem die Frau mit ihrem Mann lebt, weiter nach Spuren gesucht. Die Ermittler gehen nach Bimlers Angaben diversen Spuren nach.
Mann wieder frei
Der unter Verdacht geratene 49-Jährige ist unterdessen wieder auf freiem Fuß. «Das Amtsgericht sah keinen dringenden Tatverdacht», sagte Oberstaatsanwalt Bimler. Nach dpa-Informationen handelte es sich dabei um den Mann der am Mittwoch als vermisst gemeldeten Frau.
Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten am Donnerstag ein Foto der Frau. Die Ermittler gehen dem Anfangsverdacht einer Straftat nach. Die Kieler Staatsanwaltschaft lobte eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro für Hinweise aus, die zur Aufklärung des Falls beitragen und zur Verurteilung eines Täters führen.
Als vermisst gemeldet
Der Mann hatte seine Frau als vermisst gemeldet. Während der Vernehmung erhärtete sich der Verdacht, dass eine Straftat in Zusammenhang mit ihrem Verschwinden stehen könnte. Trotz umfangreicher Such- und Ermittlungsmaßnahmen wurde die Frau bislang nicht gefunden.
Die Polizei sucht nun neben dem Telefon weiterhin auch Zeugen, welche die Frau seit Freitag, 21. März, gesehen haben. Die Ermittler interessiert zudem, wer zwischen Freitag und Samstagvormittag im Bereich Noer sowie Kochendorf/Windeby einen dunklen Transporter gesehen hat. Hinweise nimmt die Polizei unter +49 431 1603333 entgegen.