Wolfsburgs Hasenhüttl: «Fußball ist keine One-Man-Show mehr»

Treffen sich am Samstag wieder: Trainer Ralph Hasenhüttl (l) vom VfL Wolfsburg und sein St. Pauli-Kollege Alexander Blessin (r).
Treffen sich am Samstag wieder: Trainer Ralph Hasenhüttl (l) vom VfL Wolfsburg und sein St. Pauli-Kollege Alexander Blessin (r). Foto: Marcus Brandt/dpa

Wolfsburg (dpa) – Die Trainingsarbeit mit einer Profifußball-Mannschaft hat sich nach Ansicht von Ralph Hasenhüttl in den vergangenen Jahren deutlich geändert. «Der größte Unterschied liegt im mittlerweile viel größeren Trainerteam. Fußball ist keine One-Man-Show mehr», sagte der Trainer des Bundesligisten VfL Wolfsburg dem «Hamburger Abendblatt». 

Es gebe viele Daten und Detailbereiche. Dazu werde das Videostudium umfangreicher. «Früher sind wir am Wochenende ins Stadion gefahren und hatten eine vage Vorstellung, was uns erwartet. Heute sezierst du den Gegner bis ins Detail», sagte der 57-Jährige. «Auch die Arbeit auf dem Platz wird durch die Fülle an zur Verfügung stehenden Daten anders.»

Hasenhüttl: «Man braucht den Hunger»

Hasenhüttl ist aktuell der zweitälteste Bundesliga-Trainer nach Dieter Hecking (60) vom VfL Bochum. «Was diejenigen, die lange im Geschäft sind, auszeichnet, ist die Fähigkeit, Strömungen aufzunehmen, sein Spiel ständig zu hinterfragen. Man braucht den Hunger, diesen intensiven Job auszuüben», sagte er. 

Zwar reiche Erfahrung allein nicht, man müsse auch «up to date bleiben», meinte er weiter. «Ich glaube aber, dass Erfahrung in Zukunft wieder mehr Gewicht bekommt.»

Lob für den St. Pauli-Kollegen Alexander Blessin

Hasenhüttl trifft am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Bundesliga auf den FC St. Pauli. Dessen Trainer Alexander Blessin kennt er noch aus seiner Zeit bei RB Leipzig von 2016 bis 2018. Hasenhüttl lobte den ehemaligen Leipziger Nachwuchstrainer für dessen Arbeit in Hamburg. «Er hat die sehr schwierige Aufgabe, eine Mannschaft zu übernehmen, die mit einem anderen Trainer aufgestiegen ist, hervorragend gemeistert», meinte er. «Auch wenn die jüngsten Ergebnisse nicht so top waren, traue ich St. Pauli den Klassenerhalt zu.»